Wohnen für Menschen mit einer chronischen psychischen Erkrankung

(Eingliederungshilfe  nach SGB XII)

Für Menschen mit einer chronischen psychischen Erkrankung stehen 11 Wohngruppen mit unterschiedlichen Konzepten zur Verfügung. Die Gruppen befinden sich im Haupthaus, im Ort Enniger und in Sendenhorst. Im einzelnen sind dies:


Wohngruppen „Elsa“ / „Noah“ / „Florence“

Die Wohngruppen Elsa, Liliane und Florence befinden sich im Haupthaus in Enniger. Die Räumlichkeiten sind von einem Flur aus zu erreichen und sind rollstuhlgerecht angelegt. Gemeinschaftsräume wie Küche, Esszimmer und Wohnzimmer, mehrere Badezimmer und je ein Pflegebad stehen in jeder Wohngruppe den 11 bis 12 Bewohnern zur Verfügung. Die Einzel- und Doppelzimmer können individuell gestaltet werden. Es besteht die Möglichkeit, kleine Haustiere zu halten.

Die überwiegend älteren Bewohner der Gruppen Elsa und Florence erhalten je nach persönlichem Hilfebedarf Unterstützung bei der Körperpflege, beim Ankleiden und bei der Umsetzung medizinischer Verordnungen. Die Speisenversorgung erfolgt über eine Großküche in Ahlen, jede Gruppe hat aber auch die Möglichkeit, Lebensmittel selbst einzukaufen und Speisen herzustellen. Bekleidung wird in der hauseigenen Wäscherei gereinigt.

In den Beschäftigungsangeboten der Gruppe oder im Seniorenbereich des Gruppenergänzenden Dienstes geht es vor allem um den Erhalt der Fähigkeiten und Fertigkeiten und um seniorengerechte Freizeitgestaltung. Hierbei ist die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft genauso wichtig wie die Berücksichtigung persönlicher Wünsche und Bedürfnisse.

Für uns es wichtig, dass die bei uns lebenden Menschen in Würde Alt werden dürfen und im Respekt vor Alter und Persönlichkeit bis zu ihrem Lebensende begleitet werden.

Die Gruppe Noah bildet eine Zwischenstufe zu den Außenwohngruppen und den Wohngruppen für eher ältere Menschen mit einer chronischen psychischen Erkrankung.

Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht, die Bewohner leben in Einzel- und Doppelzimmern. Die alltägliche Lebensführung verrichten die Bewohner mit Assistenz durch die Mitarbeiter weitestgehend selbstständig. So wird die Wäsche - bei Bedarf unter Anleitung - selbst gewaschen und die Reinigung der Zimmer von den Bewohnern eigenständig durchgeführt. Die Speisen werden zum Teil angeliefert, größtenteils aber selbst eingekauft und zubereitet.

Die Wohngruppe legt Wert auf gemeinsame Aktivitäten bei der Freizeitgestaltung, hierzu gehören z.B. Kinobesuche und Kegeln.


Gruppe „Johannes“ / Appartements

Die 4 Appartements sind über einen Nebeneingang des Haupthauses zu erreichen und gehören zum Gruppenverbund des „Landhauses“. 3 Doppel- und ein Einzelappartement bieten Wohnmöglichkeit für Bewohner nach individuellen Betreuungskonzepten. Hier leben Menschen, die entweder auf dem Weg zur Verselbständigung sind und eine ambulante Wohnform planen oder die aufgrund des besonderen Krankheitsbildes nicht in einer Wohngruppe leben können und im Appartement intensiv betreut werden. Vorraussetzung für alle ist, sich in persönlichen Krisenzeiten beim Betreuungspersonal selbständig melden zu können oder über Mitbewohner Bescheid geben zu lassen.

In den Appartements besteht die Möglichkeit für Paare zusammenzuwohnen.


Gruppen „Theresa“ und „Anna“ - das "Landhaus"

In einem Nebengebäude auf dem Hauptgelände liegt das Landhaus mit den Gruppen Theresa und Anna.

Beide Gruppen haben den Charakter von Aufnahmegruppen, die Bewohner erhalten bei Bedarf rund um die Uhr intensive Betreuung. Hierbei steht die Betreuung der einzelnen Personen im Vordergrund. Schwerpunkt ist das Heranführen an Tagesstruktur, (Wieder)-Erlangung der Fähigkeit zur eigenen Basisversorgung, die Entwicklung von Lebensperspektiven und das Heranführen an ein Leben in Gemeinschaft.

Wichtig ist die Enge Zusammenarbeit mit der zuständigen Psychiatrie und der Institutsambulanz, um in akuten psychischen Krisen die Bewohner angemessen auffangen zu können.

Die räumliche Nähe zum hauseigenen Tagesstrukturierenden Bereich unterstützt das Konzept der engmaschigen Zusammenarbeit zwischen Wohnen und Beschäftigung.

Ausgerichtet auf die Interessen der Bewohner wird ein großes Freizeitprogramm angeboten.

Die Wohngruppe Theresa ist für Rollstuhlfahrer geeignet.

Das Konzept der Wohngruppe "Anna" richtet sich an jüngere Menschen mit einer Lernbehinderung / Minderbegabung oder psychischen Erkrankung und herausfordernden Verhaltensweisen. Die Förderung liegt schwerpunktmäßig in den Bereichen soziale Kompetenzen, Umgang mit der Erkrankung, Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und Tagesstrukturierung.


Wohngruppen „Villa“ / „Bodelschwingh“ /

Die Zwei dezentralen Wohngruppen liegen im Ort Enniger. Zwei Einfamilienhäuser ermöglicht den Bewohnern, in zunehmender Selbständigkeit leben zu lernen. Die überschaubare dörfliche Umgebung und die Nähe zum Haupthaus vermitteln dabei Sicherheit.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Training lebenspraktischer Fähigkeiten (Einkauf, Wäsche, Raumpflege). Hierbei wird Wert auf größtmögliche Selbständigkeit der Einzelnen gelegt, hierzu erhält jeder entsprechende assistierende Hilfen durch das Personal. Lebensmittel für Frühstück und Abendessen werden von den Bewohnern in Begleitung der Mitarbeiter selbst eingekauft. Das Mittagessen wird aus der Großküche angeliefert. Am Wochenende wird als Teil des Trainings gerne selbst gekocht.

Die meisten Bewohner besuchen die beschützenden Werkstätten in Freckenhorst, einige auch den hauseigenen Tagesstrukturierenden Bereich.

Zum Erhalt der psychischen Stabilität werden regelmäßig Einzelgespräche angeboten. In kurzzeitigen Krisen oder bei Pflegebedarf nach Krankenhausentlassung besteht die Möglichkeit einer engeren Betreuung und Pflege im Haupthaus. Da in den Außenwohngruppen das Personal nicht durchgängig präsent ist, gilt als Vorraussetzung für das Leben in diesen Gruppen die persönliche Fähigkeit, sich bei Bedarf auch telefonisch bei den Mitarbeitern melden zu können.


Wohngruppe „Südgraben“

Im Zentrum von Sendenhorst liegt die Wohngruppe Südgraben.

Aufgeteilt auf drei kleine Wohneinheiten leben hier neun Bewohner in Einzelzimmern. Das Leben in der Gruppe stellt gesteigerte Anforderungen an lebenspraktischen und sozialen Kompetenzen und an Selbstorganisation. Hierzu bietet die Infrastruktur der Stadt Sendenhorst beste Vorraussetzungen. Die Wohngruppe ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Übergang zur Selbständigkeit in ambulanter Betreuung.